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Radon Messen

Radonmessung mit elektronischem Radonmessgerät
Beispiel einer Radonmessung im Keller vor und nach einer Belüftung.

Warum sollte man Radon messen?

Ob ein Gebäude eine erhöhte Radonbelastung aufweist, lässt sich nur durch eine Messung feststellen. Die Radonkarte der Schweiz liefert zwar Hinweise auf potenziell belastete Regionen, erlaubt jedoch keine zuverlässige Aussage über ein einzelnes Gebäude.

Selbst benachbarte Häuser können aufgrund von Unterschieden im Untergrund, der Bauweise oder der Gebäudeabdichtung deutlich unterschiedliche Radonwerte aufweisen. Eine Messung ist deshalb die einzige Möglichkeit, die tatsächliche Radonkonzentration in einem Gebäude zu bestimmen.

Gemessen werden in der Regel die am stärksten gefährdeten Bereiche eines Gebäudes, insbesondere Keller- und Erdgeschossräume sowie dauerhaft genutzte Aufenthaltsräume.

Wie wird Radon gemessen?

Für die Radonmessung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Besonders praktisch sind elektronische Radonmessgeräte, da sie bereits nach kurzer Zeit erste Messwerte liefern und den zeitlichen Verlauf der Radonkonzentration aufzeichnen können.

Dadurch lassen sich Schwankungen zwischen Tag und Nacht sowie die Auswirkungen von Lüftungsmassnahmen direkt beobachten. Bereits nach wenigen Stunden erhält man erste Anhaltspunkte über die Belastung eines Raumes. Für eine zuverlässige Beurteilung der langfristigen Belastung sollten Messungen jedoch über einen längeren Zeitraum erfolgen.

Neben elektronischen Messgeräten werden auch passive Radon-Dosimeter eingesetzt. Diese eignen sich besonders für Langzeitmessungen über mehrere Monate und werden häufig für offizielle oder behördlich anerkannte Messungen verwendet.

Elektronische Radonmessgeräte bieten den Vorteil, dass Resultate sofort sichtbar sind und einzelne Räume innerhalb kurzer Zeit untersucht werden können.

Welche Radonwerte sind normal?

Die Radonkonzentration wird in Becquerel pro Kubikmeter Luft (Bq/m³) angegeben. Ein Becquerel entspricht einem radioaktiven Zerfall pro Sekunde.

Ein Messwert von 100 Bq/m³ bedeutet somit, dass in einem Kubikmeter Luft durchschnittlich 100 radioaktive Zerfälle pro Sekunde stattfinden.

Im Freien liegen die Radonwerte in der Schweiz typischerweise im Bereich von wenigen Becquerel pro Kubikmeter. In Gebäuden können die Werte je nach Standort, Bauweise und Lüftungsverhalten deutlich höher ausfallen.

Nach dem heute im Strahlenschutz verwendeten Modell steigt das gesundheitliche Risiko mit zunehmender Radonkonzentration und der Dauer der Exposition. Deshalb wird empfohlen, die Radonbelastung möglichst niedrig zu halten.

Radon-Grenzwerte in der Schweiz

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Radonkonzentration von möglichst unter 100 Bq/m³. Wo dieser Wert nicht praktikabel erreichbar ist, wird ein Referenzwert von höchstens 300 Bq/m³ empfohlen.

In der Schweiz gilt seit 2018 ein Referenzwert von 300 Bq/m³ für Wohn- und Aufenthaltsräume. Wird dieser Wert überschritten, sollten Massnahmen zur Senkung der Radonbelastung geprüft werden.

Zum Vergleich gelten in verschiedenen Ländern unterschiedliche Referenzwerte:

Warum unterscheiden sich die Grenzwerte zwischen den Ländern?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Radon sind weltweit dieselben. Die Referenzwerte verschiedener Länder beruhen jedoch auf unterschiedlichen regulatorischen, technischen und gesundheitspolitischen Bewertungen.

Referenzwerte stellen keinen Übergang zwischen «sicher» und «gefährlich» dar. Sie dienen vielmehr als Grundlage für Empfehlungen, Sanierungsmassnahmen und rechtliche Beurteilungen.

Das individuelle Risiko hängt von mehreren Faktoren ab, insbesondere von der Radonkonzentration, der Aufenthaltsdauer sowie vom Rauchverhalten. Raucher tragen bei gleicher Radonbelastung ein deutlich höheres Risiko für Lungenkrebs als Nichtraucher.

Wann sollte eine Radonsanierung geprüft werden?

Werden erhöhte Radonwerte festgestellt, können bauliche oder lüftungstechnische Massnahmen die Belastung häufig deutlich reduzieren.

Eine Radonsanierung sollte insbesondere geprüft werden, wenn der schweizerische Referenzwert von 300 Bq/m³ überschritten wird oder wenn Aufenthaltsräume dauerhaft erhöhte Radonkonzentrationen aufweisen.

Welche Massnahmen sinnvoll sind, hängt von der Bauweise des Gebäudes und den gemessenen Radonwerten ab.

SRF Info 3 vom 31.01.2020. Radon-Aktionsplan des Bundes greift nicht